martin vosseler – portraits – by peter gartmann, basel – bildarchiv susanne minder

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STAUNEN

 

Tiefe Dankbarkeit – etwas vom Wichtigsten, was mir die Eltern mitgegeben haben, ist das Staunen, die Begeisterung über das Schöne, über die zahllosen Wunder des Lebens, über die Sonne und ihr Lieblingskind, die Erde.

 

Ich sehe das Leuchten in den Augen von Paul, meinem Vater, und höre seinen Ausruf: „Fantastisch!”, wenn er mir ein Blütenwunder oder ein Millionen Jahre altes Fossil zeigt.

 

Ich spüre die Zärtlichkeit von Maria, meiner Mutter, wenn sie mit einer geliebten Person spricht oder ein ihr anvertrautes Pflänzlein pflegt, und höre sie Gottfried Kellers „Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Überfluss der Welt” sagen, wenn sie von einer prachtvollen Landschaft oder vom Zauber eines durchsonnten Walds ergriffen wird.

 

Martin Vosseler

 

 

 

IN AWE

 

I hold deep and heart-felt gratitude for the essential legacy my parents instilled in me – to be awed and enthusiastic about beauty, the daily abundance of miracles in life, our Sun and its favorite planet, Earth.

 

I am still able to pull up the glow in my Father, Paul’s, eyes and hear his exclamation of “Fantastic!” I heard the word whenever he shared with me the glories of a peony or of a many millions of years old ammonite.

 

I still feel the tenderness of my Mother, Mary, when she spoke with a beloved person or when she took care of one of her admired plants. When my Mother was overwhelmed by a beautiful landscape or the way the sun’s rays enhanced an old forest, she would often quote Gottfried Keller’s “Evening Song”. These words remain with me– “Drink, o eyes, as much as your lashes can hold, of the golden opulence of the world!”

 

Martin Vosseler

 

 

 

 

staunen – in awe – katalog – catalogue

 

Herausgeber/Publishers:  Susanne Minder + Peter Gartmann, Basel

 

Fotos/Photos:  martin vosseler

 

Gestaltung/Design:  Susanne Minder + Peter Gartmann, Basel

 

Biografisches

 

Martin Vosseler, geb. 1948

 

Schulen in Basel: Primarschule (1955 – 59), Humanistisches Gymnasium (1959 – 1967, Matur Typ A 1967) .

 

Medizinstudium in Basel (1967 – 1974), medizinisches Staatsexamen (1974), Doktorabschluss (1976). Assistenzarzt am Kantonsspital Basel (1974 – 1979), Research Fellow an der Division of Primary Care and Family Medicine der Harvard Medical School, Boston, MA, USA (1980 – 1982). FMH Innere Medizin, US Staatsexamen 1979. Praxistätigkeit (Innere Medizin, Psychosomatik) in Basel (1982 – 1995).

 

1981:  gründete er die Schweizer Sektion der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War Friedensnobelpreis 1985).

1997:  war er Mitbegründer des sun21 Energieforums.

2007:  überquerte er als Mitglied einer 5-köpfigen Crew den Atlantik auf einem Solarkatamaran (Guinness-Buch-Rekord 2007).

2007:  erhielt er den schweizerischen und den europäischen Solarpreis.

1990 – 2000:  Freundschaft mit Bruno Manser, gemeinsame Aktionen, u. a. Fastenaktion in Bern (1993)

 

Sonnenwanderungen:

1999:  Konstanz – Santiago de Compostela,

2003:  Basel – Jerusalem,

2008:  Los Angeles – Boston,

2011:  Basel – St. Petersburg,

2012:  Nordkap – Narvik, Hamburg – Kassel

 

8 Bücher: siehe www.martinvosseler.ch

 

 

 

Wunder Erde

 

Ein Blick aus dem unwirtlichen Weltall auf die einzigartige Oase Erde – in den ersten Jahren des dritten Jahrtausends n. Chr.: Immer noch die dank unzähligen Wundern entstandene blaugrüne Lebenskugel – gerade die richtige Distanz zur Sonne, dass die Lebewesen nicht erfrieren oder verbrennen, genau die richtige Grösse, dass Land und Wasser getrennt bleiben, und dann die zarte Haut der dünnen, Sauerstoff enthaltenden Atmosphäre, die alles Leben ermöglicht und uns atmen lässt.

 

 

Planetare Ethik

 

Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Die Folgen menschlichen Handelns stellen die Bewohnbarkeit der Erde immer mehr in Frage. “Es braucht ein Wunder, die Erde bewohnbar zu erhalten,” meint Martin Vosseler. Doch er glaubt an dieses Wunder, an eine planetare Ethik, die die Menschheit erdverträglich werden lässt, eine Ethik, wie sie seit langem immer wieder von hellsichtigen Männern und Frauen postuliert wird (Immanuel Kant – “Kategorischer Imperativ”; Hans Jonas – “Prinzip Verantwortung”; Hans Küng – “Weltethos”; Ervin Laszlo – “Quantum Shift in the Global Brain”; Joanna Macy – “Tiefenökologie”; Mitsuhei Murata – “A UN-Day for Gobal Ethics”). Zu dieser Ethik gehören Friede und Solidarität zwischen den Menschen, Respekt für “Mutter Erde”, für die Lebensgrundlagen und die anderen Lebewesen und die Verantwortung für alle nachkommenden Generationen.

 

 

Martin Vosseler setzt sich seit den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts für Atomkriegsverhütung, für die Energiewende und für die planetare Ethik ein, als Arzt, als Kabarettist (u. a. als Korpskommandant Vossolar und Schorsch), als Organisator des Energieforums sun21, wo zahlreiche Gäste die Öffentlichkeit für erneuerbare Energien und Energieeffizienz aufrufen (u.a. Mikhail Gorbatschow, Al Gore, Micheline Calmy-Rey, Moritz Leuenberger, Bertrand Piccard, Ernst Beyeler u. a.), als Weitwanderer, mit Solarprojekten (Dominica, Thailand), mit Zeichnen, Musik (Geigenspiel) mit Netzwerkarbeit, verbunden mit Fremdsprachenstudien sowie mit Fastenwochen in Elm.

 

 

“Es gibt keine wichtigere Aufgabe, als die ERDE, unseren wunderbaren Planeten, bewohnbar zu erhalten! Es ist höchste Zeit, erdverträglich zu werden! Jetzt!
”

 

 

 

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